Gedenkstätte und Museum Auschwitz-Birkenau

Von der Befreiung zur Gründung des Museums

Vom 17. bis 21. Januar 1945 evakuierte die Administration von Auschwitz 58000 Häftlinge in die Tiefen des Reichs. Gleichzeitig verbrannten die SS-Kräfte die Lagerdokumentation. Am 20. Januar wurden die Krematorien sowie die Gaskammern II und III in die Luft gesprengt. Am 23. Januar, nach dem Abschluss der Evakuierung, zündeten die SS-Kräfte die Lagerhalle Kanada II an, in der das von Juden geplünderte Eigentum aufbewahrt wurde. Drei Tage danach zündeten sie Gaskammer und Krematorium V an. Als die Streitkräfte der roten Armee am 27. Januar das Lager betraten, fanden sie dort 7000 Häftlinge. Die meisten von ihnen waren erkrankt und körperlich erschöpft.

Die ersten Jahre der Gedenkstätte

Aushwitz KL
Die ersten Jahre der Gedenkstätte

Im April 1946 entsandte das Ministerium für Kultur und Kunst Polens (auf Polnisch: MKiS) eine Gruppe ehemaliger KZ-Häftlinge unter der Leitung von Tadeusz Wasowicz nach Auschwitz – mit dem Ziel, den Ort des KZ-Lagers zu schützen und dort ein Museum zu gründen. Zu Beginn des Jahres 1947 stellte Ludwik Rajewski, der Leiter der Abteilung für Museen und Monumente im MKiS, den Organisationsplan dar, laut dem das Museum zu einem „historischen Dokument“ werden sollte.

Zunächst wurde die Präsentation der Vernichtung verschiedener Kulturen und Völker durch das NS-Regime geplant, wobei der Akzent eher auf den Massencharakter der Grausamkeiten gesetzt wurde. Man vermied jedoch die Einzelheiten der makabren grausamen Darstellungen und benützte nur die verfügbaren visuellen Materialien. Besonderer Wert wurde darauf gelegt, die Vernichtung der Juden auf eine besondere Art darzustellen und dabei das Zentralkomitee der Juden in Polen (CKŻP) bezüglich Anzahl der in Polen gefallenen jüdischen Opfer stets zu befragen.

Laut Plan sollte die Ausstellung aus folgenden drei Teilen bestehen: eine allgemeine Abteilung, die über das Leben von Juden im Konzentrationslager berichten sollte; eine internationale Abteilung mit der Darstellung des Lebens in den Ländern, deren Einwohner nach Auschwitz verschleppt wurden; schließlich die Abteilung, die andere Konzentrationslager in Deutschland thematisierte.

Die Ausstellung sollte aus folgenden 12 Blöcken bestehen, die sich auf dem Grundstück des Hauptlagers befinden und in eine gewisse, für Besucher angepasste Reihenfolge gebracht wurden: Geschichte der deutsch-polnischen Beziehungen (Block 15), Struktur und Entstehung des SS-Konzentrationslagers, Kategorien von Häftlingen sowie das Verhalten der SS-Kräfte diesen gegenüber (Block 16); Leben, Arbeit und Tod innerhalb und außerhalb des KZ-Lagers (Blöcke 17 und 18); Ermordung der Juden, die noch „Vernichtung von Millionen“ genannt wurde, da es dabei außer Juden auch um andere Volksgruppen ging (Block 4); das Hab und Gut der jüdischen Bevölkerungsgruppe (Blöcke 5 und 6); Geschichte des KZ-Lagers und der dortigen Aufstandsbewegung (Block 7); Zustand des Blocks in den Jahren 1940 (Block 8) und 1944 (Block 9); Experimente an gefangenen Frauen und das Frauenleben in Auschwitz (Block 10); das Interieur des „Todesblocks“ (Block 11).

Der erwähnte Block 11 mit dem benachbarten Hof sollte zu einem Mausoleum werden. Die restlichen Blocks wurden als Abteilungen für die Ausstellungen der Länder reserviert, deren Opfer in Auschwitz umkamen, oder auch für Präsentationen anderer NS-Konzentrationslager.

Laut diesem Projekt wurde Birkenau als eine Art Friedhofspark mit Mausoleum auf den Ruinen des Krematoriums III gedacht. Die Berufsschule mit Wohnheimen sollte in den Gebäuden der so genannten Lagererweiterung eröffnet werden, die 1943 bis 1944 in der Nähe des Hauptlagers errichtet wurde. Diese Berufsschule hätte vor allem die Waisenkinder der ehemaligen politischen Gefangenen ausgebildet. Die Standorte der Sublager in Rajsko, Harmenzhe und Plawy sollten in Bauernhöfe umgewandelt werden. Diese hätten die Finanzierung der KZ-Lager sicherstellen müssen.

Am 25. April 1947 fand eine Konferenz der Vertreter samt dem Leiter des jüdischen historischen Zentralkomitees Polens (CKŻP), Natan Blumenthal, in Oświęcim statt. Die jüdischen Delegierten hielten Rücksprache mit dem Leiter der Abteilung für Museen und Monumente der MKiS Ludwik Rajewski sowie mit dem Leiter des Memorialzentrums Tadeusz Wasowicz bezüglich der Teilnahme jüdischer Organisationen und Initiativen an der Einrichtung der Gedenkstätte. Nachdem die Pläne der Ausstellung überprüft worden waren, fragten die jüdischen Vertreter nach den Blöcken 4 und 10. Diese sollten dem jüdischen Zentralkomitee Polens (CKŻP) zur Verfügung gestellt werden. Die Vertreter des Komitees nahmen sich vor, die Ausstellung in Block 4 unter Teilnahme jüdischer Maler, Bildhauer und Installateure der Kunstgenossenschaft Lodz vorzubereiten. Das Vorhaben und die Nutzung der Blockräume wurden vom jüdischen Zentralkomitee genehmigt.

Die Gedenkstätte wurde offiziell am 14. Juni 1947 eröffnet. Nur ein Teil der Arbeit war bis dato beendet und die Ausstellung konnte den Besuchern daher nur teilweise zugänglich gemacht werden.

Zeitleiste – die Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau

Das Staatsmuseum Auschwitz-Birkenau wurde durch das polnische Parlament am 2. Juli 1947 geschaffen. Es enthält zwei vollständig erhaltene Flächen des KZ-lagers – Auschwitz I und Auschwitz II-Birkenau. Die Fläche des Museums erstrecken sich über 191 Hektar: zwanzig davon entfallen auf Auschwitz und 171 auf Auschwitz II-Birkenau. Auf dem Territorium des Museums befinden sich einige hundert Lagergebäude sowie Ruinen der Gaskammer und Krematorien, über ein Dutzend Kilometer Zäune, Lagerstraßen und Bahnrampen in Birkenau. 1979 gelangte der Ort Auschwitz-Birkenau auf die UNESCO-Liste des internationalen Welterbes.

1947 wurde in einigen Blöcken von Auschwitz I die erste Ausstellung eröffnet, 1950 erweitert. Diese Ausstellung stellt die Vernichtungsgeschichte samt Bildern über die Lebensbedingungen der Häftlinge dar. Eine neue Ausstellung, mit einigen Änderungen noch heute in Gebrauch, wurde 1955 eröffnet. Nach 1960 enthielten manche Blöcke bereits die so genannten “nationalen Ausstellungen”, die von ehemaligen Häftlingen als Mitgliedern des internationalen Auschwitzkomitees aus verschiedenen Ländern gestaltet wurden. Diese Ausstellungen präsentieren überwiegend das Leben der Häftlinge aus anderen Ländern, die im KZ-Lager ihren Aufenthalt hatten.

Der Ursprung: Auschwitz-Birkenau, Memorial and Museum

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Übersetzung: Melaniya Lyvka